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Reifenalter vor der Camperreise prüfen: DOT und Zustand erfassen

09.10.2026

Vor dem Start Herstellungsdatum, sichtbaren Zustand und Profiltiefe aller Reifen prüfen – auch das Ersatzrad. Die DOT-Wochenangabe ist kein Zustandsurteil; bei Schäden oder Unsicherheit hilft der Reifenfachbetrieb.

Warum eine kurze Reifenkontrolle vor der Abfahrt lohnt

Ein Wohnmobil steht zwischen Reisen oft lange und trägt im Fahrbetrieb eine hohe Last. Deshalb sollte die Saisonvorbereitung nicht beim Blick auf die Profilrillen enden. Alter, sichtbarer Zustand und Druck beantworten unterschiedliche Fragen: Das Datum ordnet den Reifen zeitlich ein, eine Sichtkontrolle kann Schäden zeigen, und erst die Druckkontrolle prüft den aktuellen Fülldruck. Continental empfiehlt nach längerer Standzeit, den Reifendruck am kalten Reifen zu kontrollieren. Reifen altern zudem auch ohne intensiven Gebrauch; der ADAC beschreibt, dass sich die Gummimischung mit der Zeit verhärten kann. Ein ordentlich wirkendes Profil ist also kein vollständiges Sicherheitsurteil.

DOT-Kennung richtig lesen und alle Räder erfassen

Suchen Sie an der Reifenflanke nach der vierstelligen Datumsgruppe am Ende der DOT-Kennung. Die ersten beiden Stellen bezeichnen die Produktionswoche, die letzten beiden das Jahr. Eine Kennung 1123 steht damit für die 11. Kalenderwoche 2023. Prüfen Sie jeden Reifen einzeln: Je nach Reifen ist die Datumsgruppe nur auf einer Seitenwand zu sehen, sodass sie am montierten Rad möglicherweise nach innen zeigt. Notieren Sie pro Rad die Position und Kennung, etwa vorne links, vorne rechts, hinten links und hinten rechts. Nehmen Sie auch das Ersatzrad in die Liste auf, sofern vorhanden. So fällt ein deutlich abweichendes Alter auf und die Information ist bei Rückfragen in der Werkstatt griffbereit.

Alter einordnen, nicht als einziges Kriterium verwenden

Für Wohnmobilreifen nennt Continental sechs Jahre als Orientierung und höchstens acht Jahre. Das ist eine fachliche Empfehlung und keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze für alle Wohnmobilreifen. Beziehen Sie deshalb nicht nur das Datum, sondern auch Nutzung, Standzeiten, Belastung und den sichtbaren Zustand in die Entscheidung ein. Kontrollieren Sie Flanken und Lauffläche bei gutem Licht auf Risse, Beulen, eingefahrene Gegenstände oder auffällige Verformungen. Lassen Sie Auffälligkeiten fachlich beurteilen; bei altersbedingten Schäden wie Rissen oder Porosität kann der Reifenzustand auch bei der Hauptuntersuchung beanstandet werden. Ein unauffälliger Blick ersetzt keine fachliche Prüfung bei Unsicherheit.

Profil messen: Rechtsgrenze und Sicherheitsreserve unterscheiden

In Deutschland verlangt § 36 StVZO beim Hauptprofil mindestens 1,6 Millimeter über den ganzen Umfang. Das ist eine rechtliche Untergrenze, nicht automatisch ein sinnvoller Zielwert für eine lange Reise. Der ADAC empfiehlt einen Wechsel schon bei 3 Millimetern für Sommerreifen und 4 Millimetern für Winter- oder Ganzjahresreifen. Messen Sie nicht nur an einer Stelle: Prüfen Sie mehrere Hauptprofilrillen und den Umfang, damit ungleichmäßiger Abrieb sichtbar wird. Die Angaben ersetzen nicht die Prüfung, ob Reifengröße, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitskategorie zum Fahrzeug und seiner tatsächlichen Beladung passen.

Kleine Reiseliste zum Abhaken

Vor der Abfahrt können Sie die Prüfung in wenigen Minuten dokumentieren: Datum jedes Reifens notieren, einschließlich Ersatzrad; Flanken und Lauffläche nach Schäden absuchen; Profiltiefe an mehreren Stellen messen; anschließend den vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Luftdruck am kalten Reifen prüfen. Halten Sie ungewöhnliche Abweichungen schriftlich fest. Wenn ein Reifen deutlich älter ist als die übrigen, Schäden zeigt, wenig Profil hat oder der richtige Druck unklar ist, klären Sie das vor der Reise mit einem Reifenfachbetrieb. Die Checkliste ist eine praktische Vorprüfung und ersetzt weder die Kontrolle der Fahrzeugunterlagen noch eine professionelle Begutachtung.

Quellen

  1. ADAC
  2. Continental Reifen Deutschland GmbH
  3. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
  4. ADAC