StellplatznotizenRatgeberRechner

Stellplatz mit Strom: Steckdosenzahl und Kabelentfernung klären

09.10.2026

Ob ein Stellplatz Strom bietet, sagt noch nicht, wo die Steckdose sitzt oder ob sie exklusiv zugeordnet ist. Fragen Sie nach Steckdosenzahl, Anschlusswert, Lage und maximaler Kabelstrecke; konkrete Platzangaben unterscheiden sich.

„Strom am Platz“ sagt noch nicht, wo die Steckdose steht

Die Formulierung „Strom am Stellplatz“ kann eine Steckdose direkt an der Parzelle meinen – oder eine zentrale Säule, die mehrere Plätze versorgt. Pullman Camping beschreibt zentrale Säulen und gibt für den eigenen Platz einen Höchstabstand von 25 Metern an. Beim Komfort-Campingpark Burgstaller ist dagegen jedem Stellplatz eine eigene blaue CEE-Steckdose mit 230 Volt zugeordnet. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Platzlösungen; sie sind keine allgemeine Zusage für andere Campingplätze. Fragen Sie deshalb nicht nur, ob Strom vorhanden ist. Lassen Sie sich erklären, ob es eine Dose je Parzelle gibt oder ob Anschlüsse gemeinsam an einer Säule liegen. Wenn mehrere Plätze eine Säule nutzen: Ist eine Steckdose verbindlich Ihrem Platz zugeordnet, oder teilen Sie eine Anschlussstelle mit Nachbarn? Das ist insbesondere wichtig, wenn Sie nicht einfach auf eine freie Nachbardose ausweichen können.

Diese Angaben vor der Buchung erfragen

Bitten Sie um vier konkrete Auskünfte: Anzahl und Typ der Steckdosen, Lage des Stromverteilers, Absicherung beziehungsweise Anschlussleistung sowie die größte Entfernung zur vorgesehenen Stellfläche. „Bis zu 25 Meter entfernt“ ist eine veröffentlichte Angabe von Pullman Camping für dessen Gelände, kein Maß, das sich auf andere Plätze übertragen lässt. Fragen Sie außerdem, ob die Dose beschriftet oder einem Stellplatz fest zugeordnet ist. Burgstaller weist die Nummer des Platzes an der zugehörigen Steckdose aus. Das kann die Orientierung erleichtern, ersetzt aber nicht den Abgleich vor Ort: Nummer am Stellplatz und Anschluss müssen zusammenpassen. Wenn Angaben fehlen, ist eine Antwort per E-Mail hilfreicher als eine bloße Aussage wie „Strom vorhanden“, weil sie den konkreten Platz und die vereinbarte Ausstattung festhält.

Kabelweg statt Luftlinie planen

Eine Entfernung in Metern ist nur dann praktisch brauchbar, wenn klar ist, von wo bis wo gemessen wurde. Für die eigene Planung zählt der Weg vom tatsächlichen Standort des Fahrzeugs bis zur Säule: Fahrzeugposition, Eingang der Anschlussklappe und Führung des Kabels können zusammengenommen mehr Strecke ergeben als die direkte Luftlinie. Das ist eine Planungsüberlegung, keine zusätzliche Distanzangabe des Campingplatzes. Fragen Sie, ob die genannte Zahl die maximale Entfernung oder einen typischen Abstand bezeichnet und ob für bestimmte Parzellen längere Wege vorkommen. Prüfen Sie auf einem Lageplan, wo Verteiler und Wunschplatz liegen. Kalkulieren Sie nicht mit einer Verlängerung, die knapp bis zur Säule reicht; eine sichere Kabelverlegung ohne Zug, scharfe Knicke oder Durchfahrt über Fahrwege braucht ebenfalls Platz. Ist die Strecke für Ihre Ausrüstung zu lang, lassen Sie den Platzbetreiber eine zulässige Lösung bestätigen, statt mehrere beliebige Leitungen aneinanderzureihen.

Stecker, Ampere und tatsächliche Nutzung

Lassen Sie sich den Steckertyp ausdrücklich nennen. Burgstaller beschreibt eine blaue CEE-Steckdose mit 230 V; ein anderer Platz kann eine andere Anschlusslösung oder eigene Adapterregeln vorsehen. Fragen Sie, ob Sie ein passendes Kabel selbst mitbringen müssen, ob ein Adapter zulässig ist und ob der Platz etwas verleiht. Prüfen Sie die Antwort gegen den Anschluss Ihres Wohnwagens, Wohnmobils oder Ihrer Ausrüstung. Auch die Frage nach „Strom“ sagt noch nichts über die für Sie verfügbare Leistung. Pullman Camping nennt 16 A für seine Versorgung. Fragen Sie für den gebuchten Platz, wie viele Ampere zur Verfügung stehen und welche Geräte betrieben werden dürfen. Bei mehreren Verbrauchern zählt deren gleichzeitiger Betrieb: Ein Anschluss, der für Licht und Kühlschrank reicht, muss nicht automatisch für zusätzliche Heiz- oder Kochgeräte ausgelegt sein. Lassen Sie sich daher nicht allein von der Spannung oder einer allgemeinen Zusage leiten.

Outdoor-Kabel und sichere Verlegung

Für Verlängerungskabel und Kabeltrommeln im Freien verweist der VDE auf die Eignung für den Außeneinsatz und nennt dafür die Kennzeichnung IP44. Prüfen Sie die Kennzeichnung am eigenen Material und verwenden Sie kein beschädigtes oder improvisiertes Kabel. Eine Kabeltrommel sollte entsprechend ihrer Herstellerhinweise betrieben werden; der VDE-Text behandelt die Eignung für außen, ersetzt aber keine konkrete Anleitung für jedes Produkt. Führen Sie das Kabel so, dass niemand darüber stolpert und es nicht gequetscht oder von Fahrzeugen überrollt wird. Verwenden Sie keine selbst gebastelten Adapter. Bei Unsicherheit über den Anschluss oder die zulässige Belastung fragen Sie Rezeption oder eine Elektrofachkraft, nicht den Nachbarn als Ersatz für eine technische Freigabe.

Kurze Nachricht an den Campingplatz

Eine knappe Anfrage kann lauten: „Ist auf meiner gebuchten Parzelle eine eigene Steckdose vorhanden oder steht der Verteiler zentral? Wie viele Meter sind es von der vorgesehenen Fahrzeugposition bis zur Steckdose? Welcher Steckertyp und welche Absicherung gelten, wie viele Ampere stehen zur Verfügung, und ist ein Adapter erforderlich? Muss ich ein Outdoor-Kabel mitbringen?“ Ergänzen Sie Platzkategorie und Fahrzeugtyp, damit die Antwort sich auf Ihre Buchung bezieht. Vergleichen Sie anschließend die genannte Strecke mit Ihrem Kabel und prüfen Sie den Steckertyp sowie die Außeneignung. Am Ankunftstag gleichen Sie Platznummer, Steckdose und die Hinweise des Betreibers ab. Bei abweichenden Bedingungen nicht eigenmächtig umstecken oder mehrere Anschlüsse belegen, sondern erst das Platzteam fragen. So wird aus „mit Strom“ eine belastbare Information für die konkrete Parzelle.

Quellen

  1. Pullman Camping
  2. Komfort-Campingpark Burgstaller
  3. VDE