Unterlegplatten für Stützen: Größe und Bodendruck richtig einschätzen
09.10.2026
Eine Unterlegplatte verteilt die Stützkraft auf mehr Fläche, doch die passende Größe hängt von Last, Aufstandsfläche und Boden ab. So lässt sich der Bodendruck einordnen – und warum Caravanstützen nicht zum Nivellieren gedacht sind.
Warum eine Platte hilft – aber nicht zaubert
Ein Stützenfuß berührt den Boden nur auf seiner vergleichsweise kleinen Fläche. Auf Rasen, Sand oder aufgeweichter Erde kann die Last dann lokal einsinken. Eine Unterlegplatte verteilt dieselbe Kraft über eine größere Kontaktfläche und kann so den Bodendruck mindern. AL-KO beschreibt etwa einen BIG-FOOT-Fuß mit 200 × 180 mm Aufstandsfläche und nennt für weiche Böden ein reduziertes Einsinkrisiko. Das Maß ist jedoch ein Produktbeispiel, keine pauschale Größenempfehlung: Bei einem schwereren Fahrzeug, feuchter Erde oder einer anderen Stütze kann eine größere Auflage nötig sein. [AL-KO VT](https://www.alko-tech.com/de_at/fahrzeugtypen/produkte-caravans/stuetzensysteme)
Bodendruck berechnen: Last durch Fläche
Die Grundrechnung lautet: Bodendruck = Stützkraft ÷ wirksame Auflagefläche. Für kN und m² ergibt sich der Druck in kN/m². Eine Platte reduziert den rechnerischen Druck nur dann wie erwartet, wenn sie ihre Fläche tatsächlich auf den Untergrund überträgt und die Kraft mittig sowie gleichmäßig aufnimmt. Die DGUV illustriert den Flächeneffekt an einer Hubarbeitsbühne: Bei 27 kN Stützkraft sinkt der rechnerische Druck durch die Vergrößerung von 0,04 auf 0,16 m² von 675 auf 169 kN/m². Das ist ein Rechenbeispiel für eine Arbeitsbühne, nicht die Stützlast eines Caravans. Für die eigene Stütze braucht man deren tatsächliche Last – nicht einfach das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens durch vier zu teilen. Die Last kann je nach Stand und Belastung ungleich verteilt sein. [DGUV-Information 208-019](https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/dguv/208_019/4.htm)
Welche Größe passt zum weichen Boden?
Entscheidend ist nicht allein die Plattengröße, sondern ob der daraus entstehende Druck zum Untergrund passt. Auf festem, ebenem Schotter kann eine kleinere Platte genügen als auf weichem, nassem Rasen; eine belastbare allgemeine Zentimeterregel gibt es dafür nicht. Wenn Herstellerunterlagen eine Stützlast oder zulässige Bodenpressung angeben, lassen sich diese Werte in die Rechnung einsetzen. Fehlen sie, sollte man nicht aus einem Produktmaß oder aus einer Tabelle für Baumaschinen auf die passende Campingplatte schließen. Bei unbekanntem, nachgiebigem oder geneigtem Boden ist ein tragfähigerer Stellplatz die sichere Wahl. Die DGUV weist darauf hin, dass Bodenfestigkeit schwer zu erkennen ist und veranschaulicht, wie der Bodendruck sinkt, wenn sich die Auflagefläche vergrößert. [DGUV-Information 208-019](https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/dguv/208_019/4.htm)
Aufstellen: erst nivellieren, dann stabilisieren
Beim üblichen Caravan ist die Platte keine Auffahrhilfe und die Stütze kein Wagenheber. Fendt rät, den Wohnwagen zunächst zu positionieren und auszurichten, etwa mit Auffahrkeilen an den Rädern, und die Stützen erst danach bis zum festen Bodenkontakt auszufahren. Sie sollen stabilisieren, nicht eine Schräglage durch einseitiges Hochdrücken korrigieren. Auch AL-KO weist darauf hin, dass die Stützen den Caravan nicht einseitig anheben sollen. Lege jede Platte eben auf, setze den Stützenfuß mittig auf und prüfe, dass die Platte nicht kippelt oder über eine Kante hinausragt. Folge immer der Bedienungsanleitung des konkreten Fahrzeugs und Stützensystems: Für dafür ausgelegte hydraulische Nivelliersysteme können andere Regeln gelten. [Fendt Caravan](https://blog.fendt-caravan.com/wohnwagen-abstuetzen-und-nivellieren/) · [AL-KO VT](https://www.alko-tech.com/de_at/fahrzeugtypen/produkte-caravans/stuetzensysteme)
Grenzen erkennen
Eine Unterlegplatte kann Druck verteilen, aber keinen Hohlraum, eine Böschungskante oder einen insgesamt nicht tragfähigen Boden sicher machen. Gerade nach Regen oder bei sichtbar nachgebendem Untergrund lohnt es sich, den Stand erneut zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen, statt eine weitere dünne Platte improvisiert aufzulegen. Für schwere Arbeitsgeräte gelten zudem deren eigene Stützlasten und Betriebsanleitungen; deren Rechenbeispiele sind nicht ungeprüft auf einen Wohnwagen übertragbar. Bei einem Caravan bleibt daher die Kombination aus passender Platte, tragfähigem Stellplatz und korrekt bedienten Stützen maßgeblich. [DGUV-Information 208-019](https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/dguv/208_019/4.htm)